Betrittst du BRUSK, fällt dein Blick sofort auf ein monumentales, vierteiliges Fresko. Du stehst Auge in Auge mit dem beeindruckenden Kunstwerk 'The Whispering Walls Rêve' (2026) der international renommierten Künstlerin Laure Prouvost. Schau, schweife und entdecke ständig neue Bedeutungen.
Voller Anspielungen
'The Whispering Walls Rêve' in der Scala, dem frei zugänglichen Treppenhaus von BRUSK, ist ein echter Blickfang auf 350 m². Das Fresko fungiert als eine Art Fenster auf Brügge – reich an Details und Verweisen auf die Geschichte, die Kunstsammlungen, die Bewohner:innen und die charakteristische Architektur der Stadt. In Kombination mit Prouvosts eigener, einzigartiger organischer Bildsprache voller künstlerischer und literarischer Referenzen wird das Fresko zu einer unendlichen Entdeckungsreise der Bedeutungen.
Prouvost lässt sich in ihrer Arbeit von Themen wie Emanzipation, Globalisierung und Ökologie inspirieren. Diese behandelt sie auf konzeptuelle und poetische Weise, indem sie persönliche Erinnerungen, künstlerische und literarische Referenzen sowie Elemente der Fiktion miteinander verbindet. Durch den Einsatz von Sprache regt sie die Vorstellungskraft an und durchbricht mit Humor lineare Erzählweisen sowie erwartbare Verbindungen zwischen Worten, Bildern und Bedeutung.


Ein Spiel mit Perspektive und Interaktion
Das Fresko ist nicht nur reich an Anspielungen, sondern spielt auch bewusst mit Perspektive. So erzeugt Prouvost durch eine realistische Wandmalerei die Illusion einer Decke, wo es in Wirklichkeit keine gibt. Gleichzeitig sind andere Elemente keine Illusion, sondern reale Objekte: Spiegel, Basreliefs, gläserne Vögel …
Die Besucher:innen werden dazu herausgefordert, ihre Wahrnehmung ständig zu überprüfen. Auch die Bewegung der Menschen durch das Gebäude und ihre Interaktion damit sind für Prouvost von zentraler Bedeutung. Eine weibliche Gestalt streckt den Besucher:innen, die gerade die Treppe hinaufgestiegen sind, die Hand entgegen. Auf ihrer Hand liegt eine bronzene Clementine. In der Bildsprache von Prouvost ist die Clementine ein Zeichen der Liebe. Die Besucher:innen dürfen dieses bronzene Element berühren, wodurch es im Laufe der Zeit eine andere Farbe annehmen wird.
Wer ist Laure Prouvost?
Die französische Künstlerin Laure Prouvost zählt seit Jahren zur internationalen Spitze der zeitgenössischen Kunst. Sie wurde unter anderem mit dem Turner Prize (2013) ausgezeichnet, vertrat Frankreich auf der Biennale von Venedig (2019) und wird demnächst eine permanente Installation im JFK Airport in New York enthüllen (2026). Prouvost zeigte Einzelausstellungen in Metropolen wie London, New York, Istanbul, Los Angeles, Frankfurt, Kopenhagen und Melbourne. In 2026 eröffnet sie zudem eine große Einzelausstellung im Grand Palais in Paris.
Werke von ihr sind derzeit in Belgien in Kessenich zu sehen (‘Moeder! Oui dream till the end’), neben dem Bahnhof Brüssel-Süd (‘In your own time, tingalong, tingalong, Who’s been here since I’ve been gone?’) sowie am Strand von De Panne (‘Touching To Sea You Through Our Extremities’), einem permanenten Werk für Beaufort21. Prouvost, geboren in Lille, lebte einige Zeit in London, arbeitet heute von Molenbeek aus und bezeichnet sich kulturell als Flämin. Sie schöpft reichlich aus ihrer Liebe zum belgischen Surrealismus sowie zum britischen Humor und zur englischen Sprache. Ihr Fresko Voor het ontwerp van ‘The Whispering Walls Rêve’ (2026) für BRUSK ist das erste Fresko in ihrem Œuvre – und zugleich eines ihrer bislang monumentalsten Projekte.


